Porträt - Victor Hartobanu PDF Drucken

Also…wie fange ich am besten an? Die Musik ging schon im zarten Alter von 8 ½ Monaten eine feste Bindung mit mir ein. Damals „erlebte“ ich die „Csardacsfürstin“ (ich glaube so wird’s geschrieben, oder?). Schon ein paar Wochen später hörte ich geduldig der Aufführung von Mozart`s Requiem (das ganze Requiem! ohne Pause!) zu. Und falls ich doch nach dem Recht zu Plappern griff, steckte mir meine Mutter ein Gummibärchen in den Mund und die Frage um Demokratie war geklärt. Als laufwütiger Stift machte ich das Gebäude des Anhaltischen Theaters, wo mein Vater arbeitet, erst dann so richtig unsicher, als ich anfing Klavier zu spielen. Alle nannten mich Theaterkind, ich kam in Zimmer und Bereiche wo auch ein Erwachsener nur schwer Zutritt bekommt (aber nie hat mich jemand aufspüren können! Ich war ein Genie!). Ich liebte und lebte damals schon meine Kindheit in vollen Zügen aus.

Zum Beispiel erhaschte ich einen Blick (oder mehrere) in das Theaterrestaurant. Man hat leichtsinnigerweise die Türen offen gelassen, es war Probe also keiner da. So lief ich auch in schwindelerregender Höhe über die Bühne über eine Art Brücke, welche die Techniker nutzten um die Beleuchtung bei Vorstellungen zu tätigen. Es war schon eine schöne Zeit… (ich werde schon wieder melancholisch!). Na ja, jedenfalls begann ich richtig Klavier zu spielen mit 7 Jahren. Ich kann mich noch sehr gut an Frau Kuntschewa’s erstes „Auftreten“ erinnern. Ich war mindestens 1 Stunde früher schon dagewesen und war sehr aufgeregt und spielte Tonleiter hoch und runter und den „Flohwalzer“. Als sie dann kam, war ich noch am Klavier, Mama hatte sie auf dem Flur erwartet.

Harfe erlernte ich „grundbegriffsmäßig“ von meiner Mutter mit so 5 Jahren. Ich spielte zu allen möglichen Anlässen. Richtig begann ich mit 8 Jahren beim Herrn Professor Koch Harfe zu spielen. Wie das begann, weiß ich nicht mehr so gut. Unterricht nahm ich in einem Nebengebäude des Internats „Latina“-Halle. 1999, ich war immer noch 8, nahm ich an meinem ersten Wettbewerb teil: „Jugend musiziert“ in Bernburg im „Metropol“ (oder so). Es waren lange, von Bildern gesäumte Gänge bis zum Wertungssaal, wo die Vorhänge der großen Fenster zur Hälfte zugezogen waren. Es herrschte eine interessante Atmosphäre. Viele Menschen saßen da, man fühlte sich aber wie in einem menschenleeren Raum. Ich spielte da Klavier und schloss mein Programm mit M. Stockarenko’s (oder so) „Der Schmetterling“ und verhaute beim Stück die letzte Zeile: ich vergaß die Noten, hatte einen Blackout. Herr Schreiber, mein späterer Klavierlehrer an der Hochschule, damals Jurimitglied, empfahl mir in solchen Fällen weiter zu improvisieren. Ich verstand sofort, bloß wie sollte ich das anstellen? Meine Übzeit war ja eigentlich begrenzt: ich konnte nur im Theater üben, zu Hause hatte ich kein Klavier. Harfe, was am gleichen Tag zur gleichen Zeit in Magdeburg stattfinden sollte, verschoben wir auf einen anderen Tag (glaube ich). So trat ich gegen eine 11-jährige Gwendolin Roth (oder so) an. Sie bekam 21 oder 22 Punkte, ich 24. Und ich war immer noch 8!

Mit 9 bewältigte ich mit der Note 1 die Aufnahmeprüfung an der Hochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ für Musik und Theater mit Harfe als Hauptfach und Klavier als Nebenfach. Ich steuerte mit meinen Lehrern einen Weg in die „professionellmusikalische“ Richtung an. Wettbewerbe wie „Jugend musiziert“ waren eigentlich nur noch Bestätigungen dafür, dass die Entscheidung richtig war. So auch 2002. Im Landeswettbewerb holte ich die maximale Punktzahl von 25 Punkten für mein Klavierspiel. Nächstes Jahr (2003) versuchte ich den Sprung zur Begleitung einer Geige, ebenfalls in „Jugend musiziert“.

Mit der Harfe ging es viel mehr um Konzerte. Mit 9 spielte ich in der Hochschule das Mozartkonzert für Flöte, Harfe und Orchester (den 2. Satz). 2003 den 2. und 3. Satz des Händelkonzertes für Harfe und Orchester. Am 7.12. spielte ich das gesamte Händelkonzert mit dem Anhaltischen Kammermusikverein.

(Stand 2003)